Samstag, Januar 19, 2008

Zeit-Geistanalyse zum Jugendstrafrecht

Wer glaubt, zur leidigen Debatte um das Jugendstrafrecht, die Ausländerflut und die Volksseelenprediger im hessischen Wahlkampf sei schon alles gesagt, irrt!

Jens Jessen, Feuilletonchef der Wochenzeitschrift "Die Zeit", bringt endlich mal auf den Punkt, worum es wirklich geht. Nicht die Jugendlichen haben hier das Problem, sondern die Alten, ihr Spießertum und die Tatsache, dass sich die Erde weiterdreht, obwohl sie schon lange nicht mehr Schritthalten können. In einer spaßfeindlichen Gesellschaft, deren Konsummehrwert sich auf die Akkumulation von Spaßerlebnissen beschränkt, haben sie ihre Identität längst verloren und suchen ausgerechnet unter denen nach Schuldigen, die noch kräftig dabei sind. Dass Toleranz nicht nur darin besteht, sich nicht in die Angelegenheiten anderer einzumischen, sondern auch verlangt, die eigene Moral zu hinterfragen, und welchen Stellenwert die Aussage von Unangepassten bei typischen Missverständnissituationen hat, kommentiert dieses Video mit beißender Ironie. Lebst Du noch oder sitzt Du schon? Ich habs ja schon immer gewußt: Schuld sind die Rentner!!!!

Viel Spaß beim Lernen: http://de.youtube.com/watch?v=lXhLAdPFROs

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1 Comments:

Anonymous Ulrich Meier said...

Die ZEIT-Leser haben Herrn Jessens Video nicht ganz so verstanden, wie mp2 und stören sich außerdem am an der Wand hängenden Lenin.

Vielleicht wollte Herrn Jessens Kollege und Vorgesetzter Giovanni di Lorenzo den wegen des Videos aufgebrachten Lesern entgegenkommen. Auf der Titelseite der aktuellen ZEIT schreibt er jedenfalls »Linke und Liberale [müssen] sich damit abfinden, dass es auch junge Täter gibt, die so gefährlich sind, dass nur langes Wegsperren oder gar die Ausweisung zu vertreten sind.« Wobei ich mich für diese Lösung durchaus erwärmen kann. Aber: Welches Land würde denn die jungen deutschen Gewalttäter aufnehmen?


Helmut Höge hat in der taz vom 16.1. sich des Themas jugendliche Ausländer ebenfalls angenommen. Ein bisschen vulgärer als der Herr Jessen, aber einen Unterschied zwischen ZEIT und taz muss es ja schon geben.

1/19/2008 5:35 nachm.  

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