Montag, April 21, 2008

akj gründet Tatortkontrollkommission

Institut für interdisziplinäre Medienforschung "Innere Sicherheit" (IIMIS) des akj-berlin beobachtet TV-Krimis


ARD-KommissarInnen aufgepasst! In Zukunft kümmert sich der akj-berlin auch um Polizeiwillkür im Fernsehen. Vernehmungen ohne Belehrung, Verhöre ohne Anwalt, Hausdurchsuchungen ohne Durchsuchungsbefehl gehören eigentlich schon zur Routine der TV-ErmittlerInnen. Das dabei erzeugte Bild von Polizeiarbeit suggeriert das Verbotene als Normalität. Das kann für die Wahrnehmung von Verteidigungsmöglichkeiten nicht ohne Konsequenzen bleiben. Denn die ARD-Kriminalproduktionen "Tatort" und "Polizeiruf 110" prägen seit 1970 das sonntägliche Abendprogramm der ganzen Familie. Dabei werden - wie bei kaum einer anderen Sendung der ARD - alle gesellschaftlichen Gruppen erreicht. Insofern nehmen die Sendungen an unserer Meinungsbildung und Wirklichkeitswahrnehmung wichtigen Anteil. Wie kaum eine andere Sendereihe verstehen es diese Produktionen, gesellschaftliche Konflikte und Problemzone in einen mehr oder weniger spannenden Ermittlungsrahmen zu setzen und darin zu thematisieren. Der ideale Sendeplatz am Sonntagabend und die lange Kontinuität der Produktionen sind beste Voraussetzung, tatsächlich ein Sozialisationspunkt der heutigen Arbeits- und EntscheidungsträgerInnen zu sein.
Die unabhängige Tatortkontrollkommission hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, Rechtsverstöße im Fernsehen zu benennen und die Zuschauer über ihre tatsächlichen Rechte aufzuklären. Damit soll zugleich ein Beitrag zur Kritik des Auftrags öffentlich-rechtlichen Rundfunks geleistet werden.

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